Eine Wohnung, zwei Frauen & unzählige Möbelhäuser…

… was ergibt das? Genau, tagelange Diskussionen, verzweifelte Verkäufer, die sich leise wieder verdrücken, neugierige Schaulustige, eine viel zu große Auswahl und – das Schlimmste an dem Szenario – zwei unterschiedliche Meinungen.

Ich gebe zu, meine Wenigkeit liebt Ikea, Lutz, Kika & CO heiß und innig, langsam aber sicher beschleicht mich das Gefühl, dass diverse Möbelhäuser mit Therapeuten einen geheimen Pakt geschlossen haben, um die Kundschaft – vorzugsweise natürlich das „schwache“ Geschlecht – in beiden Geschäftsbranchen zu vergrößern.
Eine Frau allein kann keine Wohnung einrichten, soviel ist klar. Man BRAUCHT immer eine zweite Meinung, im Grunde eine Ja-Sagerin und/oder ein gutes Gewissen, um den Geldbeutel zumindest im Augenwinkel zu behalten – eben Jemanden, dem du am Ende die Schuld am Falschkauf geben oder die Beglückwünschung deiner genialen Einkaufstaktik im Zickzackformat abholen kannst.

Dass der Partner/Freund/Ehegatte/Lebensabschnittsgefährte oder wie immer ihr auch euren Weggefährten betiteln mögt, dafür so gut wie überhaupt keine Ausdauer und Geduld dafür aufbringen kann (oder möchte), ist offensichtlich und natürlich. Außerdem hätte frau neben den eigentlichen Design-Entscheidungen auch noch die Bürde zu tragen, ihrem Liebsten den Unterschied zwischen Birke und Nussbaum für ein freundlicheres Wohnzimmer zu erklären. Das wäre für beide Parteien schlichtweg viel zu nervenaufreibend.

Offensichtlich muss dann zweifelsohne die beste Freundin herhalten. Beste Freundin deswegen, weil sie – neben Fluglotsen, Gehirnchirurgen und Astronauten – den schwierigsten Job zu erfüllen hat:

Sie muss …

  • die Maße der Wohnung im Kopf haben,
  • die neue Adresse für die Lieferung wissen (bei den fantasievollen Straßennamen heutzutage und der Vergesslichkeit der Freundin/Einkäuferin),
  • den Geschmack der Freundin annehmen, ob sie will oder nicht,
  • den Geschmack der Freundin unbemerkt so bearbeiten, dass die Möbel auch in die Wohnung passen,
  • die Geduld haben dem Verkäufer bzw. kurzfristigen Mitshoppern nicht an die Gurgel zu gehen, wenn diese das eben mühevolle ausgeredete Riesending im Wert eines Kleinwagens wieder schmackhaft machen wollen,
  • Überredungskunst verfügen, damit der Lieferservice doch früher den Einkauf bringen kann,
  • viel Zeit haben, also für mindestens drei Tage Urlaub nehmen.

Nachdem ich kürzlich in den Genuss der Begleiteinkaufsberaterin kam, biete ich folgende grundsätzliche Tipps an:

  • „Sofort Benötigtes“ bei IKEA
    Geht nicht über Los oder bucht die Zustellung (außer ihr möchtet ein Date mit dem DHL-Lieferantentyp), sondern besorgt euch einen sofort verfügbaren Kleinbus.
  • Qualitativ hochwertiges Kleinzeugs bei Ludwig
    Lampen, Spiegel usw. gibt es oft „zum halben Preis“, somit ist die gute Qualität, das nicht IKEA-Design und die nicht vorhandene Wartezeit an den Kassen eine Wohltat und tut dem Börsel nicht so weh.
  • Qualitativ hochwertiges Großzeugs bei Leiner, Lutz oder Kika
    Ok, die Lieferzeit ist die Hölle. Fragen vom Verkäufer, wie „Warum haben Sie denn nicht schon früher bestellt?“ muss man schlucken. Wie soll er auch wissen, dass man so gut wie IMMER die wirklich genauen Wohnungsmaße erst bei Schlüsselübergabe hat… Dennoch kommt frau einfach nicht drum rum.
  • Dekokram bei Mömax
    Auch wenn ich Mömax nicht für Möbel empfehlen kann, so lässt er jedes Frauenherz mit Sinn für Accessoires höher schlagen. Die Auswahl fängt bei Kleiderbügel, orginellen Bilderahmen und wahnsinnig abstrakte Vasen (in die eigentlich sowieso keine Blumen mehr passen) an und endet eventuell bei Retrouhren, Duftkerzen und in allen Farben schimmernden Dekosteinchen für die Pseudovasen.
  • Nix bei Möbelix

Auch wenn sich jetzt vielleicht für die beste Freundinnen sieben Mal überlegen, diese Mission auf sich zu nehmen, denkt immer daran: Es kommt die Zeit, wo frau selbst mal wieder umzieht…

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