Dos and don’ts beim Bowlen

Immer wieder mal zieht es uns in gewisse Hallen, wo im Grunde nur eine ungefähr zwei Tonnen Kugel auf einen ca. 3 Kilometer langen Weg ins Nirvana zu zehn unschuldigen Holzmännchen geschickt wird, welche, wenn möglich natürlich alle, brutalst aus dem Weg geräumt werden, sodass das Geschoss im Endeffekt mit lautem Karacho untertauchen kann.
Natürlich muss/darf sich aber die beschriebene Waffe nicht ausruhen, sondern wird sogleich wieder unter- oder überirdisch zu der spielsüchtige Meute zurückkatapultiert.

Klingt barbarisch? Ist aber eigentlich nur Bowlen…

Meiner Eins hat mittlerweile schon einige Erfahrung bei dieser Art von Zeitvertreib gesammelt und möchte gerne speziell den Damen in der großen weiten Welt ein paar Tipps geben, um eine gute Figur abzugeben:

    1. Je höher die Zahl auf der Kugel, desto mehr Pins haust du weg:Solltest du dich je fragen, warum diese uminösen Nummern auf den Wurfgeschossen stehen – es zeigt die Zahl an Pins an, die du exekutieren möchtest.

      Warum es aber 14er Munition, aber nur zehn Ziele gibt, ist schnell erlärt – man kann einfach die Pins auf der rechten (oder linken, für Linkshänder) Bahn hinzuaddieren.

      Lass dir nicht einreden, die Nummern hätten etwas mit dem Gewicht der Kugel zu tun, selbstverständlich ist das pure Einbildung. Solche Menschen wollen nur selbst die Punkte einstreichen.

    2. Die drei Löcher sind deine Feinde:Man sagt zwar immer „alle guten Dinge sind drei“, aber diese Scheinfreunde arbeiten eindeutig gegen dich – oder hast du jemals eine Kugel mit passenden Öffnungen für deine tadellosen Finger gefunden?!

      Neidlos muss ich zugeben, dass sie sehr gefinkelt und taktisch vorgehen. Die Einen sind viel zu klein, sodass es schön „blobbt“, sobald du loslässt und die Kugel sich höchst ungraziös im hohen Bogen auf die Seitenbahn verabschiedet.

      Die Anderen bieten dafür viel Stauraum, haben aber die Absicht sich bereits beim Schwung ausholen aus dem Staub zu machen, um mit der Menschenmenge hinter dir ein Schwätzchen abzuhalten.

  1. Die Bowlingschuhe sind keine verkorkste Accessoires:Früher war ich immer fest der Meinung, dass Bowlingschuhe simpel zur Belustigung für Zuseher gedacht sind, bzw. um sich einen originellen Fußpilz zu gönnen, aber bei meinem letzten Besuch musste ich (fast) schmerzvoll feststellen, dass diese Fußbekleidung ebenfalls das Spiel teuflisch beeinflussen möchte.Man möchte doch meinen, diese extra angefertigten Latschen für eben diese fragliche Sportart sollten die tragende Person in der senkrechten Haltung belassen wollen – nichts dergleichen ist der Fall!! Befindest du dich nämlich in der hochkonzentrierten Situation des Kugel abfeuerns, kann es gut möglich sein, dass du flugs hinter deinem Glanzwurf auf garantiert unvorbereiteter Weise auf den Allerwertesten segelst.

    Auch hier ist der Grund schnell gefunden. Vermutlich war der Erfinder des Bowlens ein großer Michael Jackson Fan, denn einen Moonwalk auf dieser spiegelglatten Fläche mit profilfreien Sohlen ist ein Kinderspiel – gekonnt abzubremsen jedoch eine Kunst für sich.

Ohne sich diverse Verletzung zuzuziehen ist folgende Handhabung daher sicherlich die Beste (wenn auch nicht unbedingt die Eleganteste):

Stell dich breitbeinig mit Gesicht zum Ziel hin. Nimm die verhexte Kugel in beide, ja, beide Hände. Kontrolliere, ob du einen Minirock trägst (wäre das der Fall, setz dich hin und schau aus sicherer Entfernung zu).

Schwing das Wurfgeschoss gekonnt zwischen deinen Beinen in Richtung Bowlingbahn und achte darauf, dass deine Finger die Kugel nicht zu weit unten halten (sonst Vorsicht, selbst hier ist die Verletzunggefahr empörend hoch).

Lass den Zweitonner los und beobachte schweigsam das Ergebnis, damit du nach ungefähr fünf Minuten deinen Strike bejubeln kannst.

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