Über Kühe und Konnys…

Knappe vier Tage durfte ich eine wirklich gemütliche Almhütte auf 1500m Höhe mit meiner Family auf dem Tschiernock teilen. Mein Geheimtipp für Cityleute, die mal „wirklich“ Ruhe haben wollen – denn das Einzige, dass man dort oben am Morgen hört sind buchstäblich die Vöglein leise zwitschern und die Stiere auf der Weide gleich nebenan röhren (oder wie auch immer das heißt).
Mit dem Auto kommt man nach ungefähr 20 Minuten komplett durchgeschüttelt (nicht gerührt) auf einer steinigen (ist eigentlich untertrieben) Forststraße oben an. Ich möchte nicht wissen, wie viele Urlauber ihre Vehikel wegen des Weges dort rauf schon aufgeben mussten – aber darum gings ja: absolute Ruhe, Abgeschiedenheit und Natur pur.

Der unschlagbare Vorteil? Ich konnte jeden Morgen mit meinem Mountainbike den Tschiernock für 1 1/2 Stunden erkunden. Mein Bruder zeigte mir sogar freundlicherweise eine perfekte Strecke: Zwei Drittel bergauf… ein Drittel bergab.

Anfangs wunderten mich die Gatter auch gar nicht, die wir passierten, „jetzt geht die Forststraße in einem ‚Kuhgehege‘ weiter“… ca. 80% der ganzen Strecke war in „deren“ Gebiet, bevor wir wieder das „Ausgangsgatter“ erreichten. Aber nun gut, die Muhkuhlis waren auf einer Wiese, weit weg von dem Forstweg – kein Grund zur Panik.

Am nächsten Tag war ich wieder höchstens motiviert… mein Bruder eher nicht und blieb daheim. Allein kämpfte ich mich den Berg hinauf, nur mit unserem treuen Golden Retriever als Begleiter, der sich in jeden noch so kleinen Bach stürzte.

Kurz nach dem Gatter hörte ich „sie“ schon läuten – die Rindviecher sind in Bewegung! Natürlich hatte ich normalerweise keine Angst vor den Wiederkäuern, aber solchen Exemplaren, die den ganzen Sommer auf der Alm verbringen und keine verschwitzten Mountainbiker mitsamt Hund kannten, war nicht zu trauen.

Es kam wie es kommen musste. Die Vierbeiner standen mitten auf der Forststraße und versperrten mit ihren monströsen und gefleckten Körpern den Weg. Ich habe keine Ahnung wie sie es angestellt hatten, aber plötzlich wurde ich sogar von hinten belagert, somit war ein feiger Rückzuck auch hinfällig.

Die Situation war mir absolut nicht geheuer – und ich war anscheinend nicht die Einzige. Eine weiße Kuh, meiner Meinung nach die Anführerin der Gang, starrte mich unentwegt mit ihren riesen Augen und fast schon unecht wirkenden langen Wimpern an – und war keine vier Meter von mir entfernt.

So verharrten wir (gefühlte vier Stunden) vielleicht zehn Minuten. Als dieses dumme Vieh dann auch noch mit bösem Blick zwei Schritte auf mich zu ging, fing mein Hund zu bellen an…. und ich auch.

Mal ehrlich, die Tiere waren größer als die kleine Konny und mindestens 20 mal so schwer… wenn sowas in Bewegung kommt, dann steht nichts mehr.

Zum Glück wusste die Gang nicht, dass ich doch kein zu groß geratener Hund war und machten widerwillig (!) die Straße im Schneckentempo frei – die Weiße strafte mich aber immer noch mit einem vernichteten Todesblick und verfolgte mich noch ein paar Schritte im Trap, während ich noch nie so schnell auf einem Berg war ;).

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