Odyssee – Auf der Suche nach Sophie (4)

Alle Guten Dinge sind … äh …. vier 😉

Auto, Auto – ich will mein Auto…

Selbstverständlich konnte es meine Freundin gar nicht mehr erwarten bis der türkische Autohändler mit perfekt steirischem Dialekt uns das OK für die Abholung gab.

Ein kurzer, eleganter Anruf beim „Paten“ und die Versicherung konnte genauso erfolgreich „abgehakt“ werden.

Bereits am nächsten Tag hielt Rasha ihre ersten eigenen Kennzeichen in der Hand und umsorgte bzw. verhätschelte sie liebevoll. Was für ein Anblick … als ob sie Zwillinge bekommen hätte…
Genau eine Woche nach unserem ersten Ausflug in die Steiermark nahmen wir uns diesmal den ganzen Tag kurzfristig frei (einen herzliches Dankeschön an unseren verständisvollen Chef), um das kleine Sopherl sanft an ihre neue Umgebung einzugewöhnen.

Um 8.45 Uhr (welch grausame Zeit für einen freien Tag) sollte das gemeinsame Frühstück im frischen Wind, mit kleinen Spatzen auf der Donaucityplattform stattfinden – zum Aufwachen und Pläne schmieden. Beinahe hätte meine Wenigkeit ihren Augen nicht getraut, als ich doch tatsächlich eine hellwache, nervös hin und her laufende Rasha überpünktlich beim Ströck vorfand. „Hoffentlich hebt sie mir heute nicht auf Wolke 7 ab und kommt nicht mehr runter… der Wind dafür würd ja schon passen,“ dachte ich nur grinsend.

Die geplante Abfahrt um 09:30 Uhr konnte klarerweise nicht eingehalten werden … Unfassbar bei zwei Frauen, aber die A23 sah uns bereits kurz nach 9 nur mehr von hinten – gut, vielleicht … eventuell … möglicherweise … war es denkbar, dass es meiner Einer auch nicht mehr erwarten konnte.

Knappe 2 1/2 Stunden später folgte die mittlerweile tradionelle Rast in Kammern mit der tollen Rutsche (die ich nicht ausprobieren durfte…), dem guten Kaffee (der unsicher an uns zwei Duracell-Haserl ausgehändigt wurde…) und dem vorsorglichen Anruf, ob es eh in Ordnung ginge, wenn die Übergabe eine Stunde vorverlegt wurde. („Ja, wir hocken schon wieder in Kammern…“)

Kaum angekommen, stürzte sich der Lockenschopf auch schon wieder auf Sophie, welche sie freudig mit dem Schild „Bin schon verkauft“ begrüßte.

Während Rasha beinahe fünf Zentimeter über den Boden dem Verkäufer hinterher schwebte und eine wirklich erschöpfend gründliche Einweisung („Es fehlte nur mehr, dass er mir zeigt wo das Lenkrad ist, hihi“) genoß, schlürfte meiner Eins – genau, richtig – einen Kaffee mit zwei Herren.

Gekonnt schaltete ich in den Multitaskingmodus, der mir sowohl das Fachsimpeln mit den Beiden (schätzungsweise Freunde des Händlers) über Auto & CO als auch das Fotografieren meiner neuerdings zwei Mädls ermöglichte.

Keine zwanzig Minuten später verstaute Rasha das zwischendurch ausgehandelte Erste-Hilfe-Set inklusive Warnweste in schicker Designverpackung (hihi, sie kann’s ja doch), während sich meiner Eins plötzlich in einer fast fertigen Partyplanung in Wien mit zwei Steirern wiederfand und die Visitenkarte in die Hand gedrückt bekam… Mein Multitaskingmodus hat anscheinend denselben Hersteller wie MAP24 …

Schnell noch ein nettes Foto für die Firmenhomepage geschossen und die Bundesstraße gehört uns … aber erst nachdem das kleine Problemchen mit der Lenkradsperre gelöst worden ist … tja, Nervosität lässt grüßen.

Drei Kilometer später folgte der erste Stopp: erstes Synchron-Tanken, Sophie mit einer Vignette verzieren und Fotos schießen …

Zwölf Kilometer später wurde mir per Handy zerknirscht mitgeteilt, dass es sich mit halboffener Beifahrertür schlecht fahren ließe…

Der dritte Halt wurde natürlich in unserem liebgewonnen Kammern mit einem überaus reichhaltigen Mittagessen samt Rieseneis, aber ohne Kaffee (sonst wäre ICH diesmal davongeflogen) und fleißigem „Fotos vom Audihihi machen“ zelebriert.

Mit vollem Bauch – und ungefähr 50 neuen Fotos später – richteten wir uns nun doch auf die längere Fahrt ein. Größtes Problem bei zwei Fahrzeugen und zwei weiblichen Wesen: die Kommunikationsbarriere für mindestens zwei Stunden … für Frauen definitiv ein U-n-d-i-n-g.

Aber – selbst das Hindernis konnte durch voll aufgeladene Handys mit trendigen Headsets im Dauereinsatz spielend überwunden werden. Es lebe die Technik!

Durch besagte Standleitung konnte somit auch folgende Unterredung theoretisch von der CIA aufgezeichnet worden sein:

(im unschuldigsten Ton) „Konny… gell, wenn bei mir am Display der Kofferraum angezeigt wird, dann heißt das, er ist nicht ganz geschlossen, oder?!“
(leicht verschmitzt) „Ok, bei der nächsten Möglichkeit bleiben wir stehn…“

Keine zwei Minuten später…

– „He da hinten, zeig mal was deine Sophie draufhat…“
– „Ich kann niiicht, sonst geht mir der Kofferraum auf und meine schönen Winterreifen gehen flöten…“
– „Oh… aso ja, stehen bleiben…“ (Ich hab eben doch was von Dori)

Nach guten zwei Stunden und ca. 260 während der Fahrt geschossenen Fotos einschließlich eines Videos erreichten Sophie, Rasha, Luca und ich dann doch noch geschlossen unsere schöne Landeshauptstadt.

Mit letztem Rest an Akku beorderte der Lockenschopf unsere Lieblingsrubiks ins „Fabelhaft“ für Auto schauen, anstoßen und Fotos machen – eh koar (Lieben Dank an Petra & Harald fürs extra doppelt durch die Stadt gondeln).

Zum Schluss entließen wir unser nun endlich motorisiertes Mädl, damit sie ihr Prachtstück zur Endabsegnung ihrer Familie präsentieren konnte.

Zusatz:
Als keines Einweihungsgeschenk brannte meiner Einer während Rashas Familienaufenthalts einen „Rasha & Sophie“-Soundtrack und die 362 Fotos. Um die Habbys nicht zu stören platzierte ich die 2 CDs dezent auf dem linken Vorderreifen des gelben Audis und informierte meine Freundin per SMS.

In derselben Nacht kam dann der Rückruf.

-„Kooonny, ich hab meinen Besuch nach Hause geführt.“
-„Freut mich…“
-„Glaub ich nicht, ich hab nämlich deine SMS erst danach gelesen…“

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