„Wart – ich hab noch was…“

Vor fünf Minuten war ich noch sauer: Eine circa 50jährige Platin blonde Schickimickitussi im Pelz fuchtelte wild mit ihren fein säuberlich manikürten, aber trotzdem faltigen Fingern in der Luft herum, weil ich es mir erlaubt hatte, mich mitsamt Roller an ihren C3 vorbeizuschlängeln als die Ampel rot war.

Es war am Praterstern und die Straßen sind dort sehr (!) breit, ich kam also nicht einmal die Nähe ihres Autos. Sie war nur verärgert – was bilde ich mir ein und wage es sie zu überholen, schließlich fährt sie dann nicht als Erste der Schlange weg.

Kurzum, ich war ziemlich genervt als ich in der WLgasse ankam (abgesehen davon, dass es sowieso saukalt und grausam früh war).

Mein erster Weg… natürlich ins Cafe Orange, meine „zwei Kornspitz mit Salz“ holen. Die Meisten wissen ja jetzt schon von meinem Gewohnheitsfimmel – also, ja, ich esse jeden Tag dasselbe (oder das gleiche?) Frühstück. Und es schmeckt mir noch immer ;).

Die Verkäuferin dort wunderte sich schon lange nicht mehr über mich, sondern stellte nach ihrer morgendlichen Begrüßung ihre Frage: „Gleich?“. Mein Part hat sich auf ein lächelndes Nicken beschränkt – sehr angenehm, wenn man in der Früh sowieso nicht ganz fit ist.

Nachdem wir wie immer die Konversation – „1,58 Euro“, darauf ich „1,60, danke“. hatten, lächelte sie mich mitleidig an und meinte, „wart -ich hab noch was…“ und packte mir einen Sesamdonut ein.

Wo gibt’s sowas heutzutage noch – im 4. Bezirk, ausgerechnet mitten in Wien ;).

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